Ein persönlicher Regattabericht zur Bayerwald-Conger 2017…

„Das kann ja heiter werden!“, dachte ich mir bei der Fahrt von der Arbeit zum Neubäuer See. Ein Blick auf den Windfinder ließ das Gefühl sich nur noch verfestigen: 4-5 Bft Windstärken, Wind von 13-20 Uhr, bestes Wetter bei 25°C – 30°C. Zwei Tage vorher wurde noch über die vereinsinterne WhatsApp-Gruppe bekannt gegeben, dass sich das bayerische Fernsehen für eine Reportage über das Segeln an den örtlichen Seenlandschaften angemeldet hatte. Voller Vorfreunde ging es also los: zwar in einer fremden Bootsklasse (bin ja eigentlich auf dem Flying Dutchman unterwegs), aber die Liebe zum Sport vereint sogar über Bootsklassen hinweg.

Am Samstag um 10 Uhr traf ich dann am Segelclub ein. Der Wind stand schon ziemlich gut, 2-3 Windstärken, einigermaßen konstant und nicht allzu drehfreudig. Nachdem das Aufbauen zügig erledigt war, trafen auch bereits die ersten Auswärtigen am Club ein. Letztendlich konnten wir am Segler-Club Neubäu insgesamt 12 Conger-Teams Willkommen heißen: Rekord auf unserem kleinen, aber netten See!

Um 13 Uhr ging es aufs Wasser. Zwischendurch hatte der Wind nochmals aufgefrischt und stand mit strammen 4-5 Windstärken bereit für die ersten Wettfahrten. Es hatten bereits die ersten Teams mit zu wenig Gewicht am Schiff zu kämpfen, der (leider) böige Wind hatte sein Übriges dazu beigetragen, den „Ritt auf der Conger“ wirklich zu einem sportlichen Event werden zu lassen.

Die erste Wettfahrt fand schon unter guten Bedingungen statt, allerdings hatten ein paar der Mitstreiter deutlich mit dem Wind zu kämpfen. Unterm Strich bedeutete die erste Wettfahrt bereits zwei Kenterungen mit den Conger. Und ich dachte, das ginge nur mit dem FD… Die Rettungsbootbesatzung hatte somit Einiges zu tun. Aber es gibt eben nichts Schöneres, als bei einem tollen, kräftigen Wind und strahlendem Sonnenschein die Conger richtig „fliegen“ zu lassen.

Herausragend die beiden Jungs vom Max-Eyth-See (Stuttgart), Guntram Bethmann und Robert Briek. Sie konnten alle Wettfahrten für sich entscheiden und standen zum Ende des Tages verdient auf dem ersten Platz in der Zwischenwertung. Auf dem zweiten Platz fanden sich das Vater-Sohn-Team Rainer und Dietmar Will vom Segler-Club Neubäu und am dritten Platz das Team von Heike Weeting zusammen mit Christian Weber.

Die Gastfreundlichkeit des SCNS (sorry, jetzt kommt der Werbeblock) war wieder einmal legendär. Es gab „wos g’scheits zum Ess’n“ und den Abend lang ordentlich Freibier, eine wohltuende Stärkung für die 12 Conger-Besatzungen. Gefeiert wurde der schöne Wettfahrttag mit zünftiger Live-Musik und ordentlich Stimmung.

Am Sonntag leider die Kehrseite der Medaille: der Blick auf den Windfinder verhieß nichts Gutes. Nur 1-2 Windstärken aus wechselnden Richtungen sagte der Wetterbericht für den Vormittag bis in den frühen Nachmittag hinein voraus. Kein gutes Omen. Die um 10 Uhr angesetzte Startbereitschaft wurde ausgiebig verschoben. Um 12 Uhr machte unser Regattaleiter Schluss mit dem Bangen: alle Wettfahrten für den Sonntag wurden abgesagt und die Regattawertung geschlossen. Somit stand das Zwischenergebnis des Samstags auch als Endergebnis für die Regatta insgesamt fest.

Das Fazit des Conger-Regattawochenendes:

  1. Muskelkater und blaue Flecken kannst du dir auch auf einer Conger holen.
  2. Ab 4 Windstärken kannst du mit einer Conger ganz schön durch den See hämmern. Sportlich ganz großes Kino!
  3. Nächstes Jahr werden wir es wieder tun: Wir würden uns sehr über zahlreichen Besuch im kommenden Jahr auf unserer Bayerwald-Conger-Regatta freuen!
  4. Lande auf keinen Fall in der Mitte des Feldes. Sonst darfst du den Regattabericht schreiben! 🙂

 

 

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